gamescom 2009

gamescom 2009 – Der Bericht

Die Situation

Dieses Jahr fand die größte europäische Spielemesse nicht wie in den Jahren zuvor in Leipzig statt, sondern erstmals in Köln.
Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hatten beschloßen, dass die Messe wegen fehlender Wachstumschancen den Standort wechseln sollte.
In Leipzig fehlte es laut BIU vor allem an Hotelbetten der gehobeneren Kategorie und die Verkehrsanbindungen wurden kritisiert.

Durch den Wechsel von Leipzig nach Köln entstand vor allen in den Foren teils hitzige Diskussionen. Es wurde deutlich, dass es bei den Diskussionen meist um Lokalpatriotismus, statt um sachliche Begründungen ging.

Leipzig wollte zunächst weiterhin eine Games Convention veranstalten, merkte jedoch bald, dass dies ohne die vielen Austeller die sich nunmal für die gamescom und Köln entschieden hatten, nicht möglich ist.
So entschied man sich für eine kleinere Messe, und so entstand aus dem momentanen Trend hin zu Onlinespielen die Games Convention Online.
Die Messe blieb mit 43.000 Besuchern leider deutlich hinter den erwarteten 50.000 Besuchern zurück.
Und so blickten nun alle erwartungsvoll nach Köln, wie sich die neue Messe mit ihren Wurzeln in Leipzig am neuen Standort wohl schlagen würde.

Das für mich wichtigste Spiel fehlte schon von vornherein zur gamescom, Codemasters entschied sich gegen einen eigenen Stand.
Also gab es kein HdRO auf der gamescom zu sehen.
Aus diesem Grund wollte ich eigentlich garnicht nach Köln fahren.
Das ich dann doch fuhr, lag daran das Daniela/Amaurea, die ehemalige Community Managerin von Codemasters, und mittlerweile gute Freundin, auf der Messe sein würde.
Auch Llamaar (JGE Community Moderator auf dem off. Forum) und Arennor von Morthond.de wollten kommen, so entschied ich mich mit den dreien dort zu treffen.

Am Freitag auf der gamescom in Köln

Die Fahrt nach Köln von Mainz aus war natürlich im Vergleich zu Leipzig ein Katzensprung.
Positiv war auch das es keinerlei Staus gab. Ich konnte auf das Messegelände fahren und bekam dort einen Parkplatz neben einem Aufzug der mich direkt in die Messehallen brachte, perfekt.
In Leipzig gab es erstmal zum Messegelände hin Staus, dann wurde man umständlich zu den Parkplätzen geleitet, und die Parkplätze für Rollifahrer waren so weit von der eigentlichen Messe weg, dass ich da gut und gerne nochmal 10 Minuten brauchte bis ich da war wo ich hin wollte.
Köln hat sich da für mich schon mal deutlich positiver dargestellt.

Dummerweise hatte ich mir vorher nicht den Messeplan angeschaut, und parkte dort wo ich bei der RPC optimal stand.
Doch die beiden Hallen die bei der RPC verwendet wurden standen zur gamescom leer.
Alles kein Problem, die freundlichen Messehelfer zeigten mir wie ich zu den Hallen der gamescom gelangte.

Ich machte mir zunächst erstmal alleine einen Eindruck von der gamescom.
Im Gegensatz zur Leipziger Messe, waren die Wege zwischen den Hallen deutlich kürzer.
So hatte man trotz größerer Messefläche kürzere Wege zurück zu legen um die gesamte Messe zu sehen.
Da der gamescom mehr Messefläche als in Leipzig zur Verfügung stand, konnte man die Gänge zwischen den einzelnen Ständen großzügiger gestalten.
Dies war auch wirklich wichtig, schon in Leipzig stand man manchmal eingeklemmt in einer Menschemenge die sich nicht mehr weiterbewegte.
Am Freitag konnte man sich jedoch noch problemlos bewegen.

Viel kritisiert wurden die langen Wartezeiten an den Ständen.
Wer bei Blizzard 10 Minuten Diablo 3 oder Starcraft 2 spielen wollte, musste dafür bis zu 4 Stunden oder länger anstehen.
Doch dies war auch letztes Jahr in Leipzig nicht anders, und ist vom Standort völlig unabhängig.
Durch die aktuellen Diskussionen zum Jugendschutz musste auch die BIU reagieren und so wurden Spiele ab 18 ( z. B. AOC) nicht mehr öffentlich gezeigt.
Man musste sich auch hier anstellen und wurde erst nach einer Alterskontrolle (man erhielt verschiedenfarbige Armbändchen am Eingang zur gc) zur Präsentation der Spiele eingelassen.
Doch auch dies wäre in Leipzig nicht anders gewesen, und hat etwas mit der momentanen Situation zu tun, und ist ebenfalls unabhängig vom Standort der Messe.

Doch nun mal genug zum Thema Leipzig oder Köln, das Thema ist eh “gegessen”.
Innerhalb der Messehallen merkte ich für mich eh keinen großen Unterschied ob ich nun in Leipzig oder Köln war.

Ich traf mich dann zunächst mit Llamaar und wir begaben uns zum Stand von GOA, an dem wir auf Danielas Mann Björn trafen.
Björn arbeitet für GOA und stellte dort u. a. League of Legends vor.
Etwas später kamen noch Dani und Arennor und wir erkundeten gemeinsam die gamescom.

Eines der Highlites der Messe war der Stand von Aion.
NCSoft hat da einen wirklich schönen Stand gebaut der auch sehr gut besucht war.


Das Spiel machte auf mich, trotz der Vorurteile gegen “Asiagrinder”, einen sehr guten Eindruck.
Auch von anderer Seite erfuhr ich dass das Spiel kein Asiagrinder sei sondern durchaus das potential zum Geheimtipp hat.
Demnächst soll es eine öffentliche Beta geben, offiziell los gehts dann mit dem Verkaufsstart am 25. September 2009.
Die Beta werde ich mir auf jeden Fall anschaun.

Den größten Stand hatte natürlich Blizzard.
Ich hielt mich da garnicht erst lange auf, er war einfach zu gut besucht.
Und vier oder mehr Stunden anstehn um 10 Minuten Starcraft 2 oder Diablo 3 anzuspielen…nein Danke.
Trotzdem zeigte Blizzard hier wieder deutlich wie man es macht wenn man Marktführer sein will.


Nachdem wir uns einiges angesehen hatten, flüchteten wir vor dem Lärm der Stände in den Außenbereich zwischen zwei Messehallen und stärkten uns mit Pizza und Getränken.
Bei dem sonnigem Wetter gab es dort viele Besucher die wie wir mal Pause machten.
Wir nutzen die Ruhe um über Spiele und die Messe zu sprechen.
Dani beeindruckte mal wieder durch ihr profundes Wissen zu MMOG’s.

Später ging es weiter durch die Messehallen.
Mir fielen immer wieder die liebevoll gestalteten Stände auf.
Selbst unbekanntere Firmen waren wenigstens mit kleinen Ständen vertreten. Schon peinlich das Codemasters da nur sehr versteckt auftrat und so garnicht wahrgenommen wurde.
Diesen Eingang in Halle 9 musste man finden, wenn man was von Codemasters sehen wollte, von Außen war da so gut wie kein Hinweis drauf!

Ich hatte wieder mein Shirt mit dem SOA-Logo auf dem Rücken an, und so wurde ich wegen HdRO angesprochen, wo denn der Stand sei.
Tja, leider musste ich den Hilfesuchenden etrklären das es diesmal keinen Stand für HdRO gab.

Als eines der vielversprechenden kommenden MMOG’s wird ja seit einiger Zeit Star Wars: The Old Republic gehandelt.
Auf der gc war auch ein von außen schöner Stand zu sehen.
Doch der entpuppte sich als Mogelpackung, denn im Inneren gab es nur ein paar Notebooks auf denen man sich die Webseite zum Spiel anschauen konnte.
Sah für mich so aus als wenn da im letzten Moment etwas nicht fertig wurde.
Mal schaun ob das Spiel besser wird als die Präsentation auf der gc.

Natürlich durften auch die Messebabes nicht fehlen.
Wie auch in Leipzig waren sie überaus hübsch, sexy und gerne bereit für Fotos zu posen.
Man konnte sich mit ihnen auch nett unterhalten und die Mädels waren wirklich süß.


Am späten Nachmittag entschieden dann Llamaar und ich die Heimreise anzutreten. Er mußte seinen Zug bekommen, und ich bin derzeit gesundheitlich etwas angegriffen und der halbe Tag auf der gc zeigte mir schon meine Grenzen auf.

Nachtrag

Am Sonntag veröffentlichte die gc dann endlich die sehnsüchtig erwarteten Besucherzahlen.
Über 245.000 Besucher gab es, und damit übertraf die gamescom die Games Convention vom Vorjahr um satte 42.000 Besucher.
Gleichzeitig wurde sie damit die größte Spielemesse der Welt.
Man kann von einem großen Erfolg sprechen, vor allem da es ja in diesem Jahr eine Premiere in Köln war.

Es bleibt abzuwarten was nächstes Jahr passiert.
Wird es nochmal eine GCO geben? Für alle Beteiligten wäre eine gemeinsame Messe besser.

Was kann die gamescom besser machen?

Auch wenn Jugendschutz wichtig ist, muss eine Lösung gefunden werden, dass Erwachsene sich Stände und Präsentationen wie gewohnt ohne langes Anstehn und Alterskontrolle anschaun können.
Eine mögliche Lösung wären “über 18″ Bereiche oder eine entsprechende Halle in der die Stände wie gewohnt aufgebaut werden.
Die Zugangskontrolle fände dann einmalig am Eingang zu dem Bereich oder der Halle statt, und nicht an jedem einzelnen Stand.
Dies wäre auch für die Austeller eine Entlastung.

Witziges und Bemerkenswertes zum Schluß

Es gab einige Cosplayer zu sehen. Bei den teilweise sehr freizügigen Kostümen wirkten die Messebabes dagegen geradezu züchtig angezogen.

Auch das Thema Schweinegrippe fand seinen Platz auf der gamescom. So verteilte ein Hersteller Mundschutze, und es hingen viele Geräte zur Händedesinfektion rum.

Hier endet mein Bericht von der ersten gamescom.
Nächstes Jahr werde ich 2 volle Tage auf die gamescom fahren, dann gibt es auch wieder mehr Bilder und einen ausführlicheren Bericht.
Alle Bilder findet ihr in meiner Galerie.

Vielen Dank an Dani, Björn, Llamaar und Arennor für die nette Gesellschaft.

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